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5. oktober 2002


sprachlos

die sommerpause war definitiv zu lang.
als ausdruck dafür will mir meine sprache nicht so recht gehorchen.

nicht, wenn ich mich mit spanischen freunden austauschen will - mein wortschatz ist wieder der eines kindes: indikativ präsens.

nicht, wenn ich auf deutsch versuche, die erlebnisse und erfahrungen des sommers zu vermitteln: ich höre mir zu und muss enttäuscht feststellen, wie wenig lebendig diese erzählungen sind: daten, orte, fakten.


nicht, wenn ich versuche, meine gegenwärtigen gedanken zu ordnen und zu beschreiben.

ich vermute einfach mal, dass dieser 'systematische' sommer mit seinen rational-kognitiven arbeits- und lernsituationen mich wieder zu stark in die welt des strukturierten denkens zurückgezogen hat. das passt so gar nicht hierher. nicht zu meinem wunsch, einfach mal wieder abzuschalten und schon gar nicht zur eher intuitiven 'insel-aura' (welch ein wort!).

was tun?
weniger reden!
viel zeit zuhause verbringen, lesen, kränkeln, kochen, zeit vergehen lassen und weniger reden.

auch wenn mein lieber lars gustafsson das gar nicht hören mag:

"... und wo das Reden aufhört, da beginnt eine schreckliche, eine kristallische Welt, eine verlockende Stille, und das Gefährliche lockt mit seinen Verheißungen von Stille, vom Frieden des Todes, und die im Eis Festgefrorenen, deren Atem aussieht wie viele kleine Rauchfahnen, und die eingefrorenen Aalraupen, und die blutunterlaufenen Augen der Tiere, und ein Eisreich ohne Wiederkehr und ohne Ende und laß dich nie mehr verlocken,
denn schließlich ist einzig und allein das Reden wichtig, mit lauter oder leiser Stimme, klar oder verworren, aber reden, wenn man auch nur im Dunkeln flüstert, ein Flüstern zwischen Mündern und Ohren in dem stillen nächtlichen Zimmer (und nur ein einziger Vogel zwitschert draußen und sagt, daß der Morgen naht)
denn nur im Reden ist es, nur dort, und eine Art Liebe, die es möglich macht, die geballte, die krampfhaft geschlossene Hand wieder zu öffnen, und eine Art Hoffnung (und die Nacht endlich zu Ende)
und nur im Reden ist Mütterlichkeit, Wärme und Wiege.
"

lars gustaffson, herr gustafsson persönlich, s.81

 

 
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